Die Singapura im Rassenporträt

Singapura

Echte Katzenfreunde schließen natürlich alle Samtpfoten der Familie der Feliden in ihr Herz. Selbst die eigenwilligste Katze schafft es am Ende doch, unsere Zuneigung zu gewinnen. Eben weil sie eine Katze ist.
Dennoch hat jede Rasse naturgemäß ihre Besonderheiten. So auch die Singapura.

Steckbrief

Name: Singapura
Herkunft: nicht eindeutig feststellbar, Singapur oder USA
Größe: klein
Gewicht: 2-3 kg (kaum Unterschiede beim Geschlecht)
Farbe: Creme
Charakterzüge: aktiv, intelligent, liebevoll, unkompliziert

Aussehen: Die Singapura auf den ersten Blick

Die Singapura zählt zu den kleinsten Katzenarten der Welt. Mit nur 2-3 kg Körpergewicht ist sie erstaunlich kräftig und geradezu athletisch gebaut. Die starken Muskeln verschaffen ihr eine enorme Sprungkraft.
Am auffälligsten an ihrer Erscheinung ist sicher das sepia-farbene Fell. Die offizielle und einzig anerkannte Bezeichnung dafür lautet „sepia agouti”. Als Exotin legt man eben Wert auf einen ganz eigenen Stil. Agouti steht dabei nicht für die Farbe, sondern die besondere Fellzeichnung. Obwohl das Fell einfarbig wirkt, ist das einzelne Katzenhaar abwechselnd heller oder dunkler gefärbt.

An markanten Punkten wie Ohren, Beinen und dem Schwanzende entstehen so dunkler gefärbte Points. Das Fell ist in seiner Textur leicht seidig und lädt damit geradezu ein, gestreichelt zu werden.
Der proportional zum Körper passende Schwanz und die großen Augen und Ohren verleihen der Singapura ein ästhetisches Erscheinungsbild.

Herkunft: Eine geheimnisvolle Einwanderungsgeschichte

Die Singapura ist nicht nur exotisch, sondern auch rätselhaft, besonders was die Frage ihres Ursprungs angeht.
Singapura ist der malaysische Name für die Stadt Singapur. Das lässt vermuten, dass diese wundersame Rasse auch dort das Licht der Welt erblickt hat. Doch gibt es auch Hinweise, dass ihre Wiege in den USA stand. Ahnenforschung ist somit keine Option, denn niemand kann sagen, welche Rassen hier ihre Pfötchen im Spiel hatten.

Zur geheimnisumwitterten Herkunft passt die eigentliche Geschichte ihrer Zucht. Den amerikanischen Auswanderern Hal und Tommy Meadow fielen die besonders zierlichen und kleinen Fellnasen auf, welche bevorzugt in den Abflussrohren der Stadt auf die Jagd gingen. Inwiefern die Katzenfreunde in der Folge gezielt Kreuzungen mit anderen Rassen durchführten oder ob die Singapura ausschließlich auf diese Straßenkatzen zurückgeht, ist Teil des Mysteriums.

Auf jeden Fall kehrte das Ehepaar 1975 in die USA zurück, nicht ohne ihre kleinen Schützlinge auf vier Pfoten. In den Vereinigten Staaten fanden die zierlichen Samtpfoten sofort großen Anklang. Sie eroberten die Herzen vieler Amerikaner, und so verwundert es nicht, dass sie in den USA bereits 1982 als eigene Rasse anerkannt wurden.

Charakter: Intelligent, verspielt und sehr sozial

Wer sich einmal das Vertrauen und die Zuneigung seiner Singapura erworben hat, hat einen treuen Freund und Lebensgenossen gefunden. Denn wenn die anfängliche Scheu einmal verflogen ist, sind diese Stubentiger ihren Menschen sehr zugewandt bis hin zur echten Anhänglichkeit. Und auch mit Artgenossen oder Hunden kommen sie sehr gut zurecht. Es ist sogar so, dass sie gar nicht alleine leben sollten, eine weitere Katze ist ideal und sehr zu empfehlen.

Ihre Intelligenz überrascht auch immer wieder die Zweibeiner in der Familie und zeigt sich auch in ihrer Verspieltheit, die sich bis ins Alter erhalten kann. Mit 15 Jahren kann man dabei durchaus rechnen. Eines lässt sich wohl mit ruhigem Gewissen behaupten, es wird nicht langweilig mit dieser Exotin, ob es ums Liebhaben geht oder um das Entdecken immer neuer Spielideen. Abwechslung und Aufmerksamkeit sind Lebenselixiere, welche man ihr auf jeden Fall bieten sollte.

Pflege und Haltung

So schön das Fell der Singapura ist, so pflegeleicht ist es auch. Als Kurzhaar ohne Unterwolle hinterlässt sie nur wenige Spuren. Einmal die Woche mal schön bürsten ist schon ausreichend, es sei denn, es gefällt ihr so gut, dass man es für das mentale Wohlbefinden öfters tut. Und für die Durchblutung ist so eine Bürste ohnehin immer eine wohltuende Angelegenheit.

Für die Haltung ist es sehr wichtig zu berücksichtigen, dass sie viel Aufmerksamkeit und Gesellschaft braucht. Andere Katzen sind natürlich perfekt. Aber auch menschliche Gesellschaft ist immer gerne gesehen, vor allem, wenn diese als Spielgefährte oder Schmusepartner taugt. Das gesellige Wesen der Singapura macht aber auch vor Hunden nicht halt.

Kletter- und Spielmöglichkeiten sollten auf jeden Fall den Lebensraum zu Hause prägen und in ausreichender Form vorhanden sein. Vor allem Intelligenzspielzeug ist gefragt. Alles, was nicht nur Körper, sondern auch das Köpfchen zur Aktivität anregt, ist nicht nur willkommen, sondern wirklich wichtig für die psychische Gesundheit.
Doch alles Spielzeug ersetzt nicht die lebendige Gemeinschaft. Eine Singapura sollte man so selten wie nur möglich alleine lassen.

Rassetypische Krankheiten

Pflegeleicht ist die Singapura auch, wenn es um die Gesundheit geht. Besondere rassetypische Krankheiten sind nicht bekannt. Was für alle Hauskatzen gilt, sollte man auch der Singapura angedeihen lassen. Impfungen sind erst sinnvoll, wenn das Immunsystem entwickelt ist. Dann empfehlen sich Impfungen gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche, Leukose und Tollwut, falls der Stubentiger auch Ausflüge im Freien unternimmt.

Die richtige Ernährung

Katzen sind Karnivoren, eine artgerechte Ernährung muss also vor allen Dingen auf fleischhaltiges Futter ausgelegt sein. Das gilt gerade auch bei einer leibhaftigen Jägerin, denn die eingangs erwähnte Jagd in den Abwassersystemen liegt nicht lange zurück. Doch unabhängig davon ist eine Katze eben kein Vegetarier.
Dabei sollte man bedenken, dass Vögel, Mäuse und andere Kleinnager in der Regel fast komplett verspeist werden, denn die Innereien oder Haut und Sehen usw. liefern auch Mineralien, Nährstoffe und Vitamine.
Eine gute Ernährung sollte alle diese Bestandteile berücksichtigen. Die Zutaten sollten hochwertig sein und das Futter sollte keine Geschmacksverstärker, künstliche Aromastoffe und Haltbarmacher enthalten. Ebenso gehört Zucker definitiv nicht zu einer artgerechten Ernährung.

Ein gutes Feuchtfutter ist in der Regel dem Trockenfutter vorzuziehen, da Katzen wenig trinken und ihren Flüssigkeitsbedarf durch die Nahrung decken. Doch gibt es gerade unter Katzen auch Individualisten, die eben doch viel trinken. Als aufmerksamer Mitbewohner einer Katze behält man am besten die Flüssigkeitsaufnahme seiner Fellnase im Auge und kann dann entsprechend reagieren.

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