Wie wird man Katzenzüchter?

Wie wird man Katzenzüchter?

Der Begriff „Katzenzüchter“ ist nicht geschützt. Daher kann sich jeder, der zwei Tiere miteinander verpaart, so nennen. Willst du aber ernsthaft und seriös mit einer Zucht beginnen, solltest du dich an verschiedene Regelungen halten. Damit unterscheidest du dich dann von einfachen Vermehrern. Diese haben nur den finanziellen Profit im Auge. Das Wohl der Tiere wird von ihnen vernachlässigt. Willst du die Katzenzucht positiv beginnen, solltest du von Beginn an verschiedene Richtlinien beachten. Die Elterntiere, die Jungkatzen und die zukünftigen Katzenbesitzer werden gemeinsam davon profitieren.

Was gehört dazu, Züchter zu sein?

Katzenzucht
Es gehört viel dazu, Züchter zu werden. Man sollte es also nicht auf die leichte Schulter nehmen. (Bildquelle: Unsplash.com)

In vielen Fällen beginnt der Wunsch dazu, indem sich ein Mensch in die eigene Katze verliebt. Die Rasse wird in der Folge intensiver betrachtet. Die Eigenheiten im Verhalten und der Lebensweise sollte vor dem Beginn der Zucht genau bekannt sein. 

Strebst du dann die Zucht an, solltest du dich zuerst einem passenden Katzenverein anschließen. Hier wird dein Wissen über deine Katze überprüft. Zunächst wird dein Tier registriert. Damit wird es in einen Stammbaum und ein Register aufgenommen. Nun braucht es aber immer zwei Tiere zur Zucht. Der passende Partner darf selbstverständlich nicht mit dem anderen Tier verwandt sein. Beide Katzen werden vor dem ersten Einsatz auf ihre Zuchttauglichkeit vom Tierarzt geprüft. Sie dürfen keine genetischen Auffälligkeiten zeigen. Diese könnten auf den Nachwuchs übertragen werden.

Die rassespezifischen Merkmale der Tiere sollen durch die Zucht verstärkt werden. Es ist daher notwendig, dass die Elterntiere das entsprechende Potenzial mitbringen. Nach dem erfolgreichen Wurf werden die Jungtiere fachmännisch beurteilt. Das Scoring Assessment wird dabei in vorgeschriebener Weise festgehalten. Die erfolgten wie die geplanten Würfe werden im Register vermerkt. Da die kleinen Kätzchen als Haustiere leben werden, steht von Beginn an die Sozialisation im Vordergrund. Mit ihr entwickeln sich die Jungtiere zu gut vermittelbaren Katzen. Alles zusammen genommen bedeutet eine Zucht viel Zeit und Energie. Nur wenn du diese aufbringen willst, wirst du dich als Züchter eignen.

Die Suche nach dem passenden Tierarzt

Schon vor Beginn der Zucht solltest du einen Tiermediziner auswählen. Vor, eventuell während und nach der Geburt der Jungtiere wird dieser regelmäßig in Aktion treten. Während der Trächtigkeit sollte die Kätzin besonders während ihres ersten Wurfs betreut werden. Der Tierarzt erkennt frühzeitig, ob das Muttertier ausreichend versorgt ist. Einige Tiere benötigen in der Zeit besonders nahrhaftes Futter

Die Versorgung des Nachwuchses und die Bildung der Muttermilch nimmt viel Kraft in Anspruch. Die Kätzin steckt automatisch den Fokus auf die Zöglinge. Wird sie nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt, kann der eigene Körper Schaden nehmen. Einige Tiere neigen dazu, zu viel während der Trächtigkeit zu fressen. Eine Verfettung der Katze ist im gleichen Maße gefährlich wie eine Unterversorgung. Die Verdickung des Geburtsweges kann unter der Geburt zu erheblichen Schwierigkeiten führen. Es kann notwendig werden, dass die Kleinen per Kaiserschnitt auf die Welt geholt werden.

In jedem Fall wird die Medizinerin die Jungtiere nach der Geburt begutachten. Ihr Trinkverhalten und der Gesundheitszustand werden regelmäßig kontrolliert. Während dieser Zeit werden die Kätzchen irgendwann gechipt und erhalten die ersten Impfungen. Der Kontakt zum Tierarzt wird über einen Wurf deutlich enger. Es ist sinnvoll, einen Arzt auszuwählen, der diese Arbeiten gerne und sorgfältig vornimmt.

Unterbringung der Tiere

Eine Katze, die zur Zucht eingesetzt werden soll, wird als reine Hauskatze leben. Der Freigang wird nur auf gesichertem Gelände geschehen. Als Freigänger könnte sie von den verschiedenen unkastrierten Katern trächtig werden. Die Jungtiere wären dann nicht zur weiteren Zucht geeignet. Ein Balkon oder Garten wird in diesem Fall katzensicher eingezäunt. So können die Tiere ihre Neugier befriedigen.

Gleichzeitig werden sie nur von den gewünschten Deckpartnern trächtig. Nachdem ein Wurf geboren wurde, wird die Kätzin den Garten kaum noch aufsuchen. Zuerst sucht sie mit ihren Kleinen einen ruhigen und geschützten Bereich. Eine Wurfbox ist der Ort, wo sie sich mit den Jungtieren sicher und geborgen fühlt. Beginnt sie die Neugeborenen mit dem Nackengriff wegzutragen, kann die Position für sie zu unsicher scheinen. In diesem Fall sollte eine ruhigere Stelle in der Wohnung gefunden werden. Hier kann die Mutter die Kinder dann wieder ausreichend lecken und säugen.

Zu Beginn ist der Wunsch nach Ruhe für das Muttertier besonders ausgeprägt. Trotzdem sollten die Jungtiere vom ersten Tag an, an den Kontakt zum Menschen gewöhnt werden.

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Sozialisation der Kätzchen

Wenn du mit deiner Katzen züchten möchtest, wirst du die kleinen Jungkatzen nach frühestens 12 Wochen an die zukünftigen Halter abgeben. Bis dahin durchleben sie ihre frühe Sozialisation. Die Käufer der Tiere können an ihrem Verhalten erkennen, welche Erfahrungen sie bereits machen durften.

Nach den ersten Tagen hat sich das Muttertier an die neue Lebenssituation gewöhnt. Der Besuch von den Familienangehörigen wird dann ebenfalls toleriert. Vielleicht haben die Kätzchen die Augen noch geschlossen. Trotzdem werden sie die Geräusche und Gerüche der Menschen wahrnehmen. Die Entspanntheit der Mutter wird sich auf sie übertragen. Ein ruhiger Ton und zarte Berührungen wird ihr Vertrauen in menschliche Personen stärken. Öffnen sie dann die Augen und werden mobil, werden sie in der Wurfbox umherkrabbeln. Später können sie diese selbstständig verlassen. Dann wird es wichtig sein, die Umgebung absolut katzensicher zu gestalten.

Es dürfen keine Dinge erreichbar sein, die für die Katzenkinder gefährlich sein könnten. Elektrische Kabel und giftige Pflanzen müssen konsequent entsorgt werden. Gleichzeitig beginnt nun die Zeit, in der die Tiere ihre Umwelt erkunden wollen. Verschiedene Kontaktpersonen werden ihnen früh die Angst vor Fremden nehmen. Kinder, die zu Besuch kommen, dürfen mit den jungen Katzen Zeit verbringen. Der Hund, der zur Familie gehört, darf die kleinen Kätzchen ebenfalls unter Beobachtung besuchen. In diesem Fall ist das Muttertier an den Hund gewöhnt. Ihre Entspanntheit signalisiert den Kätzchen, dass ein solches Haustier tolerierbar ist. 

Rassen, die regelmäßige Fellpflege benötigen, sollten von Beginn an mit der Bürste berührt werden. So werden die kleinen Vierbeiner zu selbstbewussten und mutigen Hauskatzen. Die zukünftigen Besitzer werden sich über diese Vorarbeit freuen.

Kenntnis über die eigene Rasse

Katzenrassen
Man sollte sich genau darüber informieren, welche Katzenrasse man züchten möchte. Jede hat nämlich andere Bedürfnisse. (Bildquelle: Pixabay.com)

Willst du mit deiner Rassekatze züchten, solltest du viele Informationen über ihre Besonderheiten einholen. Einige Rassen verlangen danach, ausschließlich mit mehreren Tieren zu leben. Andere brauchen wegen ihres Fells eine besondere Fürsorge. Es gibt ungewöhnlich aktive Katzenrassen. Die Menge an Klettermöglichkeiten und Spielzeug muss hier entsprechend angepasst sein. Wenn du viel über die speziellen Bedürfnisse weißt, kannst du diese Kenntnisse an die Bewerber für die Kätzchen weitergeben. Gleichzeitig gibt es dir die Möglichkeit, diese genau zu hinterfragen. Die jungen Tiere sollten nur in ein Zuhause entlassen werden, in dem die Bedürfnisse erfüllt werden können.

Besuche der zukünftigen Besitzer

Wer eine Rassekatze kaufen möchte, wird sich über die Vereine über die möglichen Züchter informieren. Bist du dir mit einem Interessenten einig über die Abgabe, werden nach der Geburt viele Besuche folgen. So können die kleinen Wesen schon eine erste Verbindung zu den neuen Besitzern herstellen. 

Beim Abgabetag ist der Geruch der Menschen bereits bekannt. Die Eingewöhnung kann dadurch erleichtert werden. Manche Züchter lassen sich schon vorher eine Decke oder ein Kuscheltier geben. Die junge Katze lernt den Gegenstand in ihrem gewohnten Umfeld kennen. Der Geruch wird aufgenommen und bei der Abgabe zieht das Spielzeug dann in der Katzenbox mit in die neue Zukunft. Neben der Arbeit mit dem Wurf nimmt auch die Suche und Betreuung der neuen Katzenbesitzer viel Zeit in Anspruch. Willst du dir als Züchter einen guten Namen machen, wirst du dir diesen Raum nehmen. Viele Katzenbesitzer wünschen sich den Züchter auch später noch kontaktieren zu können. Sollte es Schwierigkeiten bei der Erziehung und Eingewöhnung geben, sind die Züchter meist die ersten Ansprechpartner.

Fazit

Nur wen du alle diese Bereiche gerne abdecken willst, solltest du eine Zucht beginnen. Der finanzielle Gewinn sollte nicht die oberste Wichtigkeit sein. Die gesunde Weiterzucht seltener Rassen sorgt dafür, dass die kleinen Kätzchen ebenfalls als mögliche Zuchttiere eingesetzt werden können. Die Anzahl der Würfe muss zum Schutz des Muttertieres begrenzt werden. Erfährt ein Verein davon, dass eine Katze als Vermehrer missbraucht wird, kann die Eintragung im Register wieder gelöscht werden. Auf diese Weise wird immer das Wohl der Tiere geschützt.

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