Wie oft muss eine Katze gefüttert werden?

Die Frage, „Wie oft muss meine Katze gefüttert werden?“, gehört zu den Themen, die sich nicht so leicht pauschal beantworten lassen. Es gibt vielseitige Meinungen zur Häufigkeit und auch zur sinnvollen Größe von Portionen. Wir helfen Dir in diesem Beitrag bei der Orientierung und dabei, das beste System für Dich und Deine Katze zu finden.

Wie oft muss eine Katze fressen?

Schauen wir in die Natur, dann fressen alle Katzenartigen (Wildkatzen, Pumas, Luchse, Löwen usw.) eigentlich nur dann, wenn sie Hunger haben.

Bei unseren Hauskatzen wäre das sehr wahrscheinlich genauso, wenn sie wieder auf sich alleine gestellt in der freien Wildbahn überleben müssten.

Die Katze jagt, frisst und sobald die Energie fast aufgebraucht ist, macht sie sich erneut auf die Jagd. Dabei planen die Tiere natürlich ein gewisses Reservoir ein: Sie gehen nicht erst auf die Jagd, wenn ihnen der Magen durchhängt oder ihre Kräfte nachgelassen haben – denn die Jagd kostetet ja auch Energie!

Wann das der Fall ist hängt von der Größe der Beute und der Katze ab. Theoretisch könnten oder können auch unsere Hauskatzen nur mit einer großen Mahlzeit täglich auskommen. Manche Katzenhalter machen das auch so.

Tierärzte raten im Allgemeinen aber dazu, einer Katze mindestens zwei, besser drei Mahlzeiten (oder noch mehr) täglich anzubieten.

Wir haben die drei gängigsten Modelle zur Katzenfütterung für Dich zusammengefasst:

• Einmal täglich nach dem Wild-Prinzip (Katze erlegt Beute und ist dann satt).
• Zwei bis dreimal täglich, um die Menge gleichmäßig zu verteilen.
• Mehrmals täglich Kleinstportionen, um den Darm der Katze nie zu überfüllen.

Das musst Du bei moderner Katzenfütterung bedenken

Die Prinzipien der wilden und artgerechten Fütterung stimmen in der Theorie. Doch in der Praxis sehen die Fütterungsbedingungen und auch das Futter unserer Hauskatzen heute doch ganz anders aus.

Katzenkroketten quellen im Magen und ergeben je nach Futter erst in Magen und Darm einen großen Klumpen. Wenn Deine Katze schon einmal Trockenfutter erbrochen hat, dann weißt Du, was gemeint ist!
Trocken- und Nassfutter enthalten heute große Mengen Getreide, die sich in der Verdauung, im Darm und beim Sättigungsverhalten ganz anders auswirken als pures Fleisch.

Fertignahrungsmittel für Katzen liefern heute aufgrund der Konsistenz (gemahlenes oder gehäckseltes Fleisch mit Getreide) sehr schnell und kurz verfügbare Energie. Das bedeutet, die Katze hat nach einer Portion Power und wird dann bald neue Nahrung brauchen.

Ein Dosenfutter zu vertilgen oder Trockenfutterstückchen zu zerkauen ist für eine Katze einfach etwas anderes als die Jagd.

Wenn Du nicht gerade wieder Barfer bist, kannst Du Dich mit der Katzenfütterung also kaum realistisch am Wild-Prinzip orientierten.

Gerade aufgrund der hohen Getreide und Zuckergehalte der Katzennahrung können zu große Mengen auch belastend auf die Nieren wirken. Die lieber öfter am Tag kleine Portionen geben.

Praktische Katzenfütterung

Wenn Du den ganzen Tag außer Haus bist, kannst Du zwei oder dreimal täglich füttern. Viele Tierärzte und Ernährungsexperten für Katzen und andere Heimtiere raten, die Stubentiger vor dem Zubettgehen noch einmal zu füttern. Dann sind die Tiere nachts satt und zufrieden und starten nicht mit durchhängendem Magen in den neuen Tag.

Die erste Mahlzeit des Tages gibt es morgens, bevor Du zur Arbeit gehst. Dann eine zweite, wenn Du abends nach Hause kommst und eine letzte vor dem Zubettgehen.

Wenn Du mittags nach Hause kommst oder aber ganztägig zuhause bist, kannst Du drei oder mehr Portionen über den Tag verteilt geben.

Manche Katzen-Halter-Teams sind so eingespielt, dass sich die Katzen melden, wenn sie etwas möchten. Dann bekommen sie eine Futterration und bei Bedarf die nächste.

Halte dabei aber ein gewisses Grundsystem ein und achte darauf, dass Deine Katze nie betteln muss, um Nahrung zu bekommen und sich das auch nicht angewöhnt.

Futter zur freien Verfügung

Für die einen klingt es wie reine Katzen-Utopie, bei den anderen ist das alltägliche Praxis. Die freie Art der Fütterung wird auch als „Ad libitum-Fütterung“ bezeichnet. Damit ist „Futter ohne Grenzen“ gemeint.

Du stellst also eine Schale mit Trockenfutter auf und Deine Katze oder Deine Katzen nehmen sich so viel sie mögen.

Ja, das funktioniert bei manchen Katzen. Jedoch nicht bei allen! So manch eine Katze mampft dann doch mehr als gut wäre oder leert gleich die ganze Schüssel (und übergibt sich dann womöglich).

Die Ad libitum-Fütterung musst Du ausprobieren. Im Grunde ist sie eine gute Sache. Gut und sicher aber nur mit Trockenfutter durchführbar. Nassfutter verdirbt zu schnell oder trocknet aus.

Wenn Dir der Tipp allgemein gefällt, gibt es einen kleinen Trick, um diese Art der Fütterung selbst mit gefräßigen Katzen zu praktizieren: Du gibst zu den Hauptmahlzeiten etwas wirklich Leckeres, was Deine Katze liebt, z.B. das tägliche Nassfutter.
Für zwischendurch und den ganzen Tag stellst Du eine Schüssel mit einem mäßig geliebten Trockenfutter auf. Wähle eine Sorte, die Deiner Katze schmeckt, wenn sie Hunger hat, an der sie sich aber nicht überfrisst.

Auf diese Weise ist Deine Katze immer versorgt, ob Du nun zuhause oder den ganzen Tag weg bist.

Wie wäre es mit einem Futterautomaten?

Bis vor einigen Jahren waren Futterautomaten* für Tiere noch ein Gag oder ein Gimmick, das oft nicht richtig funktioniert hat. Doch die Zeiten haben sich geändert. Immer mehr berufstätige Menschen haben Katzen und möchten nicht, dass ihre Stubentiger den ganzen Tag ohne Futter sind.

Futterautomaten von heute sind durchdachte Hightech-Teile, die wirklich halten, was sie versprechen.

Du bekommst Futterautomaten für Katzen für Nass- und Trockenfutter. Die Nassfutterautomaten verfügen in der warmen Jahreszeit sogar über eine Kühlung.
Die Trockenfutterautomaten geben zu einprogrammierten Zeiten eine ebenfalls von Dir festgelegte Menge Kroketten frei.
Bei den Nassfutterautomaten öffnet sich ein Deckel und darunter steht das Schüsselchen, das Du morgens natürlich vorbereiten musst.

Die Automaten sind eine tolle Sache und ihren Preis oft wert.

Auf diese einfache Weise musst Du Dir als Berufstätiger abends keine Sorgen machen, wenn es später wird oder Du mal Überstunden schieben musst. Deine Mieze hat sicher etwas im Magen und wird Dich weniger krumm anschauen, wenn Du nach Hause kommst.

Und wie ist das mit Freigängerkatzen?

Freigänger
(Bildquelle: Pixabay.com)

Auch Freigänger brauchen eine regelmäßige Fütterung. Nur von Mäuschen ernähren sich heute nicht einmal mehr die Bauernhofkatzen.

Bei Freigängern ist das natürlich so eine Sache, wann sie zuhause sind und wann nicht. Manch ein Freigänger geht morgens mit Herrchen oder Frauchen aus der Tür und darf erst wieder in die Wohnung, wenn die Menschen zurückkommen. Andere Stubentiger haben Katzenklappen oder es ist immer ein Mensch da.

Auch für Freigänger gilt natürlich, dass zwei bis drei Mahlzeiten pro Tag gut wären. Kommt die Katze seltener, hat sie entweder keinen Hunger oder futtert woanders. Das kommt in der Praxis häufiger vor, als Du vielleicht denken magst.

Wenn Du selbst auch viel unterwegs bist und Deine Katze eine Klappe hat, stellst Du am besten eine Trockenfutterschüssel oder einen Automaten auf. Achte dann aber darauf, dass andere Katzen keinen Zugang zu Deiner Wohnung haben.

Lassen Freigänger mal eine oder zwei Mahlzeiten aus, ist das nicht schlimm. Selbst Stadtkatzen schnappen sich draußen immer mal wieder einen Vogel, eine Maus oder eine Ratte und barfen sich sozusagen selbst.

Katzen sind recht selbstbewusst, wenn es um ihr Futter geht. Ein Freigänger, der Hunger hat, wird sich blicken lassen und wenn nicht, dann ist das Futter nicht notwendig.

Stelle Deiner Katze dann aber bei Erscheinen nicht unbedingt doppelte oder dreifache Portionen zur Verfügung, um Verpasstes aufzuholen, sondern schaue, wie viel Appetit Deine Katze wirklich hat.

Barf – wie oft wird die Katze gefüttert?

Selbst unter den Barfern gibt es keine einheitliche Regelung, wie oft am Tag gefüttert wird. Hier gehen viele Halter tatsächlich nach dem Wild-Prinzip und geben nur einmal täglich Nahrung.

Besser wäre allerdings auch hier zweimal. Es kommt natürlich auch etwas darauf an, ob Deine Katze Freilauf hat.

Für eine reine Wohnungskatze sind die Fütterungen ja auch so etwas wie ein Jagdersatz und für die Psyche und das Wohlbefinden der Katze von großer Bedeutung.

Grundsätzlich sagt man, dass eine Barf-Ration die Tiere länger satt und zufrieden stimmt. Das kommt allerdings auch etwas darauf an, ob die Katze einen Brocken Fleisch selbst zerlegen muss und ihren Raubtiergenen gerecht wird oder ob sie püriertes Fleischmus bekommt.

Beobachte Deinen Stubentiger einfach genau. Du merkst in der Regel auch sehr schnell, ob eine Katze wirklich Hunger hat, bettelt oder ihren Katzen-Marktwert testet!

Junge Katzen und Kitten füttern

Kitten
(Bildquelle: Pixabay.com)

Babykatzen von 4 bis 12 Wochen bekommen mindestens 6-mal am Tag zusätzliche Nahrung angeboten. Danach kannst Du langsam größere Portionen einführen. Die Mägen der Kleinen fassen dann mehr und sie sind länger satt.

Bis zum Alter von vier Wochen bekommen sie ausschließlich Muttermilch. Ab der 4. Woche bietest Du etwas Nassfutter für Kitten und Trockenfutter für Kitten an.

Hast Du Babykatzen ohne Muttertier in der Aufzucht, gelten besondere Fütterungsregeln. Katzensäuglinge müssen alle drei bis vier Stunden einen Schoppen Ersatz-Milch (nur Spezialprodukte aus dem Fachhandel) bekommen.

Fütterungshäufigkeit bei kranken Tieren

Bei manchen Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes müssen Katzen häufiger kleine Portionen und meistens Spezialfutter bekommen.

Auch bei anderen Problemen mit dem Verdauungstrakt, dem Verhalten oder sonstigen Leiden kann Dir Dein Tierarzt zu einem speziellen Fütterungsplan raten, den Du dann auch einhalten musst.

Wie oft muss eine Katze gefüttert werden – die Zusammenfassung

In der Katzenfütterung haben sich zwei bis drei Portionen täglich als normal und gesund für die Katzen etabliert.
Nur eine Portion zu reichen, würde dem Verdauungssystem und den Besonderheiten heutiger Tiernahrung nicht gerecht werden – obwohl auch diese Art der Katzenfütterung von manchen Menschen erfolgreich praktiziert wird.
Wenn Du Zuhause bist oder einen Freigänger hast, kannst Du die Häufigkeit auch flexibel an den Appetit Deiner Katze anpassen. Achte trotzdem auf Regelmäßigkeit und darauf, dass Deine Katze nicht zum Bettler wird.

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