Was tun, wenn die Katze die ganze Zeit unruhig ist?

Katze ganze Zeit unruhig

Deine Samtpfote tigert seit Stunden oder Tagen nervös durch die Wohnung. Du fragst Dich, was wohl der Grund sein könnte und ab wann es Zeit ist, etwas zu unternehmen?
Nervosität und Stress bei Katzen können viele Ursachen haben. Die wichtigsten stellen wir Dir in diesem Beitrag vor.

Was genau ist Unruhe bei Katzen eigentlich?

Ganz kurz und knapp kann man sagen:

• Ruhe ist ein Zustand der Entspanntheit und Zufriedenheit.
• Unruhe ist ein Zustand der nervösen Anspannung und Unzufriedenheit.

Zeigt Deine Katze Anzeichen von Unruhe, musst Du also herausfinden, wer oder was Deine Katze in Anspannung versetzt oder warum sie unzufrieden ist.

Im Grunde sind Nervosität und Stress nervliche Reaktionen, denen

• körperliche oder
• psychische bzw. emotionale

Ursachen zugrunde liegen.

Gründe für Unruhe und Stress können vielfältig sein:

• Schmerzen durch eine Verletzung oder Krankheit
• soziale Spannungen (unter Tieren oder Menschen im Haushalt)
• seelisch-psychische Unzufriedenheit bei der Katze
• Belastungen von Außen
• Übelkeit oder Vergiftung
• Hitze.

Schmerzen als Ursache für Unruhe bei Katzen

Katzen sind hart im Nehmen. Chronische Schmerzen zeigen sie leider oft nicht an beziehungsweise erst viel später, als ein Mensch das tun würde.

Dadurch bleiben viele Erkrankungen bei Katzen lange unerkannt. Werden Schmerzen so heftig, dass die Katze Unruhe zeigt, ist es Zeit sofort zu handeln.
Nur wirst Du nicht immer gleich erkennen, ob Schmerz die Ursache für Unruhe ist.

Als Halter kannst Du das tun:

• Taste Deine Katze ganz vorsichtig von Kopf bis zu den Pfoten und der Schwanzspitze ab.
• Drücke zuerst nur ganz sachte und dann kannst Du etwas zulegen.
• Wenn Du in kreisenden Bewegungen drückst, ist es für die Katze angenehmer.
• Versuche auch die Beine sachte zu bewegen und etwas aus den Gelenken herauszuziehen und zu rotieren.

Zeigt die Katze weitere Symptome für Schmerz, musst Du umgehend zum Tierarzt gehen.

Katze mit entzündetem Auge
Achte bei deiner Katze auch auf äußere Symptome wie zum Beispiel einem entzündeten Auge. (Quelle:Pixabay.com)

Unruhe durch soziale Spannungen

Diese Ursache ist relativ häufig. Selbst wenn Du mehrere Katzen hast, die sonst einträglich koexistieren, kann es zeitweise zu Spannungen kommen.
Das ist normal, sollte sich nach einiger Zeit aber wieder legen.

Besonders oft kommen soziale Spannungen und Unruhe vor, wenn neue Tiere oder Menschen in den Haushalt gekommen sind oder sich das Umfeld verändert hat:

• Eine andere Katze oder ein Hund im Haushalt (oder in der Nachbarschaft).
• Die Geburt eines Babys.
• Ein neuer Partner.
• Besuch im Haushalt.
• Umzüge oder Veränderungen in der Struktur der Wohnung.

Soziale Spannungen als Ursache für Unruhe bei Katzen kannst Du nur durch Beobachtung und Einfühlungsvermögen auf die Schliche kommen.

Wenn Deine Katze zusätzlich aggressives oder ängstliches Verhalten gegenüber einem Menschen oder einem Tier zeigt, werden die Hinweise deutlicher.

Das ist zu tun:

Wenn Dir die Ursache bekannt ist, musst Du sie abstellen, entschärfen oder Deine Katze beruhigen.

Bei vorübergehenden Spannungszuständen kannst Du auch pflanzliche Beruhigungsmittel wie Bachblüten* oder CBD einsetzen.

Oft gewöhnen sich Katzen dann doch recht schnell an einen neuen Zustand und werden wieder ruhiger.

Als Halter solltest Du mit Deinem Stubentiger in solchen Situationen besonders sanft und liebevoll umgehen.

ängstliche Katze
Oft verstecken sich Katzen nach dem Umzug. Dies sollte sich aber nach einigen Tagen wieder legen. (Quelle: Pixabay.com)

Seelisch-psychische Unzufriedenheit bei der Katze

Du hast Deine Katze von einem Züchter gekauft. Dort hatte sie Freigang und Du möchtest sie als Wohnungskatze halten.
Das kann Stress bei dem Tier auslösen, vor allem wenn der Freigang genetisch fest verwurzelt ist.

Zwei Katzen in der im Gras
Ein fehlender gewohnter Freigang kann zu Unzufriedenheit führen. Oft zeigen Katzen und Kater ihre Unzufriedenheit dann dadurch, dass sie ihr Geschäft an Orten wie zum Beispiel dem Bett verrichten. (Quelle: Pixabay.com)

Die Unruhe kommt dann von einem Drang oder Triebverhalten. Kann das Tier seine gewohnten Verhaltensweisen nicht ausleben, entwickeln sich psychische Probleme, weitere Verhaltensstörungen und schließlich verkümmert die Katze seelisch.

Ähnliche Ursachen sind, wenn:

• sich eine Katze einsam fühlt
• Reize fehlen
• sie Langeweile hat
• ein unkastrierter Kater oder ein rollige Katzen nicht ins Freie können.

Hier sind Katzen völlig verschieden. Die einen sind zufrieden, wenn sie stundenlang in der Hängematte lümmeln können, andere brauchen Abwechslung und Aktion.

Das kannst Du tun:

Zeigen unkastrierte Tiere Unruhe und Nervosität zur Decksaison und willst Du selbst nicht züchten, solltest Du Deine Katze/n kastrieren lassen.

Ansonsten musst Du herausfinden, was Deine Katze möchte: mehr Beschäftigung, Gesellschaft durch einen Artgenossen oder Freigang.

Belastungen von Außen

Menschen unterschätzen manchmal, was Katzen so alles wahrnehmen. Sie haben den berühmten sechsten Sinn oder sogar noch mehr. Deine Katze nimmt mit ihren Schnurrbarthaaren feinste Erschütterungen und elektromagnetische Veränderungen wahr.

Der Straßenverkehr draußen kann Deine Katze ebenso nervös und unruhig machen, wie wild tobende Kinder im dritten Stock über Euch oder eine bevorstehende Wetterveränderung.

Das kannst Du tun:

Was genau Deine Katze stört, ist nicht immer so leicht festzustellen. Mit etwas Detektivarbeit kannst Du vielleicht herausbekommen, ob es Veränderungen im Umfeld gab oder ob neue Leute im Haus wohnen usw.

Beobachte Deine Katze gut, ob es Höhen und Spitzen in der Unruhe gibt und lausche dann selbst einmal ins Umfeld, ob Dir etwas auffällt.

Ansonsten kannst Du in diesem Fall nur auf den Zufall hoffen, der Dir den Grund für die Unruhe bei Deiner Katze offenbart. Oder der Reiz hört irgendwann von selbst auf.

Unruhe als Folge von Übelkeit oder einer Vergiftung

Ist Deiner Katze übel, kann sie sehr nervös herumlaufen. Nicht immer erbrechen sich Katzen dann auch. Bei Magen-Darm-Problemen können Übelkeit und Unruhe ein chronischer Zustand sein.

Bei Vergiftungen wird Unruhe normalerweise von weiteren Symptomen begleitet:

• starker Speichelfluss (auch Schaum)
• verzerrter Gesichtsausdruck
• Krämpfe bzw. ein harter Körper.

Das kannst Du tun:

Wann immer Du einen Verdacht auf eine Vergiftung oder anhaltende Magen-Darm-Probleme hat, musst Du sofort zu einem Tierarzt gehen.

Unruhe durch Hitze

Du wohnst in einer Dachgeschosswohnung und Deine Katze tigert unruhig auf und ab? Dann kann das an Hitze liegen.

Katzen können kaum schwitzen. Sie „hecheln“, indem sie das Maul etwas weiter öffnen als sonst. Das ist aber bei Weitem nicht so ausgeprägt wie bei Hunden. Katzen, die ins Freie können ziehen sich die warme Zeit über an ein schattiges Plätzchen zurück.

Staut sich Hitze in einer Wohnung und kann Deine Katze nicht heraus, wird sie zunächst träger.
Vermutlich wird sie alle Viere von sich gestreckt irgendwo liegen. Erst, wenn es Richtung Hitzschlag geht, wird die Katze unruhig.

Symptome, an denen Du einen Hitzschlag erkennst:

• Körpertemperatur über 39 °C
• heftiges Hecheln und verzerrte Mimik
• Unruhe und das Ablegen auf Fliesen wechseln sich ab
• dunkelrotes Zahnfleisch.

Das kannst Du tun:

Sorge in der heißen Jahreszeit und in sonnigen bzw. Dachgeschosswohnungen für ausreichend kühle Plätze für Deine Katze.

Zeigt die Katze Anzeichen für einen Hitzschlag, musst Du sofort zum Tierarzt gehen.

Katze schaut unter einer Decke hervor
Achte vor allem im Sommer darauf, dass deine Katze einen kühlen und schattigen Ort hat. (Quelle:Pixabay.com)

Fazit - Was tun, wenn die Katze die ganze Zeit unruhig ist?

Bei Unruhe musst Du zunächst akute und bedrohliche Ursachen (Schmerzen, Krankheit, Vergiftung, Hitzschlag) ausschließen können.

Kommt davon nichts infrage, musst Du soziale, psychische oder sensorische Ursachen abchecken.

Bei vorübergehenden Spannungszuständen kannst Du mit pflanzlichen Beruhigungsmittel entgegenwirken. Ansonsten musst Du Auslöser für Unruhe und Stress langfristig ausschalten oder Deine Katze desensibilisieren.

Findet Du absolut keine Hinweise auf einen Auslöser und kommt Dir die Situation insgesamt sehr seltsam vor, solltest Du im Zweifelsfall immer besser zum Tierarzt gehen

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