So beruhigst du eine ängstliche Katze

so beruhigst du eine ängstliche Katze

Stubentiger sind sensible Zeitgenossen. Die einen sind grundsätzlich schreckhaft und andere neigen vorübergehend zu Ängstlichkeit und Furcht. Angstzustände sollten immer nur von sehr kurzer Dauer sein, da sich Stress sonst im Körper festsetzt und deine Katze krank machen kann. Wir zeigen dir, wie du deine Katze im Ernstfall beruhigen kannst.

Was sind Ängste und Ängstlichkeit überhaupt?

Beide Reaktionen sind ganz normale Teile des Verhaltens einer Katze. Wie bei uns Menschen auch, wird Angst durch gewisse Aspekte des Instinkts, durch erlerntes Verhalten oder Stress ausgelöst und gesteuert.

Ein bestimmter Umstand (der bellende Nachbarshund) oder ein Gefühl der Katze (erlerntes Unwohlsein in bestimmten Situationen) lösen eine Angstreaktion aus.
Im Akutfall wird dein Stubentiger entweder fauchen, kratzen oder abhauen.
Oder aber Angst ist schleichend und als Stressbelastung andauernd vorhanden. Zum Beispiel bei einer ständigen Stress- oder Lärmbelastung und bei extrem verunsicherten Katzen.

Ängstlichkeit steckt in der Natur der Katze oder ist erlernt

Ängstliche Perserkatze
Die Ursache der Angst kann durch viele Faktoren bestimmt werden. Zum Beispiel durch das Alter oder sogar die Rasse. (Quelle: Pixabay.com)

Es gibt grundsätzlich robustere und sensiblere Katzenpersönlichkeiten.

Ob deine Katze zur Ängstlichkeit neigt, kann diese Ursachen haben:

• Rasse
• Alter
• bisherige Erfahrungen
• persönliche Konstitution
• Gesundheitszustand
• das Umfeld.

Feingliedrige und zarte Katzen wie Perser oder diverse Nackt-Rassen sind oftmals hochsensibel. Das liegt in der Natur dieser Züchtungen und auch an der Art, wie das Nervensystem dieser Tiere funktioniert.

Junge Kätzchen sind grundsätzlich ängstlicher und vorsichtiger als ältere Tiere. In der Natur müssen Jungtiere besonders vorsichtig und wachsam sein, da sie sonst schnell zur Beute anderer Raubtiere werden.

Katzen, die aus schlechten Haltungen stammen, eine Zeit im Tierasyl verbracht haben oder andere prägende Erfahrungen durchlebt haben, können zu vermehrter Ängstlichkeit neigen.

Ist eine Katze angeschlagen oder chronisch krank, kann der körperliche Zustand Ängstlichkeit und Vermeidungsverhalten begünstigen.

Rangniedere Katzen oder sogenannte „Prügelknaben“ können ängstlich und sehr schreckhaft sein.

Nicht zuletzt musst du bei ängstlichen Katzen auch immer das Umfeld berücksichtigen. Katzen haben so viel feinere Sinnesorgane wie wir. Sie nehmen Luftströmungen und elektromagnetische Felder wahr und hören Geräusche in der Regel viel intensiver als wir.

Sind lärmende, laute oder aggressive Menschen oder Tiere im Umfeld, kann das ganz schön am Nervenkostüm deines Vierbeiners zerren.

Ähnlich ist es übrigens bei Dauerbeschallung mit lauter Musik, wenn der Fernseher voll aufgedreht läuft oder viele Menschen laut reden und Krach machen.

Angst durch soziale Spannungen

streitende Katzen
Auch die Anwesenheit einer anderen Katze kann zur Ängstlichkeit führen. (Quelle: Pixabay.com)

Katzen reagieren sehr feinfühlig auf unsere Ausstrahlung und die anderer Tiere. Wenn du mehrere Katzen hast, kann ein ängstliches Tier besonders viel soziale Spannungen abbekommen.

Manchmal reicht es schon, wenn ein sensiblerer Zeitgenosse andere Tiere beim Raufen oder Streiten beobachtet und schon hat das betreffende Tier Angst.

Katzen reagieren aber auch auf soziale Spannungen unter uns Menschen mit Ängstlichkeit und Rückzug.

Prüfe in dem Fall, ob die Ängstlichkeit deiner Katze plötzlich auftauchte und ob ein Ereignis in der Familie oder deiner Tiergruppe damit zu tun haben kann:

• Ein neuer Partner im Haushalt.
• Eine Scheidung oder Beziehungs-/Eheprobleme.
• Besuch im Haushalt, den die Katze nicht mag.
• Neue Tiere oder weniger sensible Tiere im Haushalt.

Chronisch ängstliche und übersensible Katzen beruhigen

Finde zunächst heraus, was der eigentliche Grund ist oder sein könnte, wenn du eine generell ängstliche Katze hast.

War deine Katze schon immer ängstlich und kennst du sie von klein auf, kann es die persönliche Konstitution oder ein Erlebnis kurz nach der Geburt gewesen sein.

Stammt deine Katze aus dem Tierheim oder ist zugelaufen, weißt du natürlich nicht immer, welche Erfahrungen das Tier schon gemacht hat.

Generell sensible oder ängstliche Katzen sollten so stressfrei wie möglich leben. Viele dieser Katzen fühlen sich in der Wohnung wohler und sicherer als im freien Gelände.
Zwing deine Katze nicht hinauszugehen, wenn sie das nicht möchte und erspare ihr den Kontakt zu Artgenossen, wenn ihr das Angst bereitet.

Bei übersensiblen Tieren, die bei jedem Geräusch zusammenzucken oder Angst bekommen, lohnt es sich zu schauen, ob Stressfaktoren da sind, die du nicht wahrnimmst. Versuche einmal wie eine Katze zu spüren und nimm deine Umgebung wahr.

  • Sind da surrende oder schwingende Elektroeinrichtungen?
  • Brummen irgendwelche technischen Geräte aus der Nachbarschaft ständig?
  • Gibt es viel Streit bei dir im Haus?
  • Bist du oft hektisch und gestresst?

Schließe immer zuerst alle äußeren Faktoren aus, bevor du deiner Katze Hilfsmittel gibst. Denn auch die besten Beruhigungstropfen werden nicht viel bringen, wenn ein Stress und Angst auslösender Reiz bestehen bleibt.

Die Katze in Ausnahmesituationen und bei akuten Krisen beruhigen

Feuerwerk
Auch wenn ein Feuerwerk schön aussieht, kann es eine enorme Belastung für Haustiere sein. (Quelle: Pixabay.com)

Fast jeder Katzenhalter kennt diese Situationen:

• Silvester
• Karnevalsumzüge oder Paraden in der Stadt
• Dorffeste mit Feuerwerk
• Lärm durch eine Baustelle
• Veränderungen im Haushalt, die sich nicht vermeiden lassen (z.B. Handwerker).

Selbst resolute Fellnase können dann im Ausnahmezustand sein und schnell unter der Couch, im Keller oder für einige Tage ganz verschwunden sein.
Freigänger können solchen Stressfaktoren oft noch besser ausweichen. Spätestens an Silvester sind aber fast alle Katzen von Stress und Ängstlichkeit betroffen.

Für solche Notfälle gilt:

• Die Katze so gut wie möglich von den Stressfaktoren abschirmen.
• Bei lauten Veranstaltungen die Fenster und Türen schließen.
• Eventuell leise Entspannungsmusik laufen lassen.
• Dem Tier gut zureden, liebevolle Präsenz zeigen, aber auch den Rückzug akzeptieren.
• Bei extremen Belastungen helfen pflanzliche Beruhigungsmittel.

Geeignete Beruhigungsmittel für ängstliche Katzen

Gehe immer feinfühlig und harmonisch mit einer ängstlichen Katze um und mäßige deine Stimme, wenn du mit ihr sprichst. Achte darauf, dass du keinen Stress und keine Anspannung ausstrahlst, wenn du dich ihr näherst.

Ansonsten kannst du diese sanften Beruhigungsmittel ausprobieren. Viele Katzen bekommen nach einigen Wochen oder Monaten der Anwendung ein dickeres Nervenkostüm und du kannst die Mittel dann wieder absetzen:

Bachblüten
Entweder greifst du zu einer fertigen Mischung* für ängstliche oder gestresste Tiere oder du stellst selbst eine, passend zu deinem Stubentiger, zusammen.
Bachblüten wirken grundsätzlich auf die Psyche der Tiere und eignen sich hervorragend, um akute Angstzustände, Stress und Ängstlichkeit zu behandeln.
Der Klassiker sind die Rescue-Remedy-Tropfen (manchmal auch als „Notfall-Tropfen“ bezeichnet) mit einer speziellen Mischung für akute Angstzustände.
Achte darauf, immer Produkte extra für Tiere oder Kinder ohne Alkohol zu kaufen.

CBD-Öl für Tiere
CBD heißt in der Langform Cannabidiol. Das ist ein Wirkstoff, der aus der Hanfpflanze gewonnen wird. Doch keine Sorge, CBD-Produkte enthalten kein THC (Rauschmittel). CBD wird aus legalem und THC-freiem Nutzhanf gewonnen.
Die Substanz wirkt direkt im Nervensystem und kann Stress- und Angstreaktionen optimal mildern. Für Katzen gibt es eigene Produkte*, die frei von den für Hanf typischen Terpenen und Geruchsstoffen sind. Am besten greifst du zu einem Produkt mit 2,5 % bis 5 % CBD-Gehalt.

• Pheromone
Im Fachhandel bekommst du Sprühflaschen, Verdampfer* oder Halsbänder mit beruhigenden Pheromonen. Die sind den Geruchsstoffen der säugenden Mutterkatze nachempfunden und lösen bei den meisten Stubentigern augenblicklich einen Zustand der Entspannung aus.

• Kräutermischungen
Auf dem Markt gibt es etliche Kräuter-Produkte* in Pulverform. Diese sollen beruhigend und entspannend auf die Tiere wirken und werden dem Futter ungemischt.
Achte hier aber gut darauf, dass die Kräuter Katzen-gerecht sind. Katzennasen sind sehr empfindlich gegenüber vielen Kräutern und ätherischen Ölen, die für uns oder Hunde kein Problem sind.
Besprich die Anwendung eines Produktes im Zweifelsfall vorher mit deinem Tierarzt oder einem Tierheilpraktiker.

• Homöopathie
Genauso wie Bachblüten bekommst du auch homöopathische Arzneien* als Fertigmischung zu bestimmten Themen. Die Produkte bestehen aus klassischen Zuckerkügelchen oder Tinkturen (alkoholfrei).

Lesetipp: Die besten Beruhigungsmittel für Katzen

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