Katze riecht aus dem Mund – Gründe & Behandlung

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Wie wir Menschen auch, so können auch unsere geliebten Katzen Mundgeruch entwickeln. Dabei sind sie oftmals gar nicht selbst Schuld daran. Es ist für uns Menschen störend, aber die Katze selbst leidet viel mehr darunter. Die Ursachen für Mundgeruch bei Katzen können ganz vielseitig sein. Entweder kommt der muffige Atem von dentalen Erkrankungen oder Entzündungen des Zahnfleisches. Diese Ursprünge kennst Du wahrscheinlich auch als Grund beim Menschen. Bei Katzen kommen jedoch noch weitere Gründe dazu. Beispielsweise hängen auch Probleme mit dem Stoffwechsel damit zusammen. Des Weiteren können Fehlfunktionen oder Erkrankungen von den kleinen Organen für den schlechten Atem verantwortlich sein. Was solltest Du also tun, wenn Du Mundgeruch bei Deiner Katze wahrnimmst?

Lasse den Rachenraum vom Tierarzt überprüfen

Tierärztin
Solltest du schlimmen Mundgeruch bei deiner Katze feststellen, solltest du das als erstes mit deinem Tierarzt abklären. (Bildquelle: Unsplash.com)

Selbstverständlich ist es etwas anderes, wenn Deine Katze gerade vorzüglichen Fisch, frisches Fleisch oder einen anderen Gaumenschmaus verzehrt hat. Dann ist ein dezent aromatischer Atem etwas ganz Natürliches. Hält der strenge Geruch beim Atmen Deiner Katze jedoch an und wird mit der Zeit unerträglich, dann solltest Du unbedingt einen Tierarzt konsultieren. Denn spätestens dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Deine Mieze erkrankt ist und darunter zu leiden hat. Wie wir alle wissen, sind Katzen Meister im Versteckspielen. So sind sie auch Meister darin, wenn es darum geht, Schmerzen zu vertuschen. Katzen sind viel zu stolz, um ihr Leiden den Menschen zu offenbaren. Zuerst solltest Du also die Zähne und das anliegende Zahnfleisch vom Facharzt untersuchen lassen. Wie bei Menschen auch, so kann sich bei Deinem vierbeinigen Liebling weicher Plaque auf den Zähnen bilden. Er entsteht, wenn Reste vom Essen sich in den Zwischenräumen der Zähne der Katze festsetzen. Mit der Zeit bilden sich an diesen Stellen Bakterien, die dann im Zusammenspiel mit dem Speichel und Mineralien verhärten. Diese Aushärtung wird immer fester und dunkler. Die bräunlichen Verfärbungen der Oberflächen kennst Du bestimmt auch unter dem Namen „Zahnstein“. Wenn besagter Zahnstein unbehandelt bleibt, führt dies zu Entzündungen des empfindlichen Zahnfleisches. Dies wiederum greift dann die Zähne an. Somit kommt es zu dramatischen Folgeerkrankungen. Doch dazu später mehr.

Zahnstein wird beim Menschen in der Regel mindestens einmal jährlich entfernt. Wenn nicht, dann zieht das ernsthafte Konsequenzen in Form von langwierigen Schmerzen und Folgeerkrankungen nach sich. Nun stell Dir vor, welche Schmerzen Deine Katzen erleiden muss, wenn Sie seit Jahren unter Zahnstein leidet. Eine grausige Vorstellung. Gehe daher regelmäßig zum Tierarzt und lass dort Deine Miezekatze von dem Risikofaktor befreien, denn weitere, schmerzliche Erkrankungen drohen, wenn Du nicht konsequent bist. Es liegt an Dir.

Schlimm, schlimmer, Zahnfleischentzündung

Deine Katze wird, um vom Zahnstein befreit zu werden, in Narkose gelegt. Das ist jedoch nicht weiter schlimm, es dient nur zu ihrem Besten. Die sogenannte „Gingvitis“ droht nämlich, wenn der Zahnstein vor sich hin vegetiert. Doch ist der Zahnstein nicht der einzige Auslöser für das Leiden. Ebenso können Entzündungen der Zahnhälse, bakterielle Entzündungen durch Wunden, die durch Fremdkörper hervorgerufen wurden, Geschwüre oder bösartige Auswüchse Auslöser dafür sein. Gingvitis ist auch für penetranten Atem verantwortlich. Doch was passiert eigentlich bei dieser komplexen Krankheit? Das Zahnfleisch Deines pelzigen Lieblings wird sich rötlich färben und dazu enorm anschwellen. Beides sind Anzeichen für eine eitrige Entzündung. Wenn die Gingvitis weiter fortgeschritten ist, dann kommt zusätzlich Zahnfleischbluten hinzu. Ganz schlimm wird die Krankheit dann, wenn das Zahnfleisch damit beginnt, sich zurückzubilden. Somit werden die empfindsamen Zahnhälse freigelegt, werden anfällig für weitere Entzündungen und verlieren ihre Stabilität. Um diesen Folgeerscheinungen erst gar keine Chance zu geben, gibt es verschiedene Therapien, wie die Gingvitis behandelt werden kann.

Zunächst muss vom Tierarzt die Ursache herausgefunden werden, warum eine Zahnfleischentzündung vorliegt. Antibiotika helfen gegen Entzündungen und sollte irgendwo ein Fremdkörper stecken, der eine Wunde klaffen lässt, so wird dieser entfernt. Medikamente unterstützen Deine Katze im Kampf gegen den Schmerz und wirken antioxidativ. Des Weiteren kann der Tierarzt eine professionelle Mundspülung anwenden, bei der Bakterien und Keime abgetötet und Schmutzablagerungen ausgespült werden. So wird der Rachenraum wieder frei.
Es existieren jedoch noch weitere Ursachen für einen kräftigen Mundgeruch.

Kaputte und angeschlagene Zähne als Ursprung

Auch kaputte Zähne können für Mundgeruch bei Katzen sorgen. (Bildquelle: Pixabay.com)

Wenn ein Zahn erst einmal verwundet ist, dann dauert es nicht lange, bis sich Bakterien und Schmutzablagerungen dort wiederfinden. Da der Zahn Deines Vierbeiners somit mehrere Schwachstellen offenbart, werden diese auch ausgenutzt. Ob Löcher, Brüche oder Entzündungen an der Wurzel, all das kann ausschlaggebend für Mundgeruch sein. Gerade Wurzelerkrankungen sind sehr schmerzhaft für Deine Mieze.
Wenn es generell um Zahnerkrankungen bei einer Katze geht, dann kommen immer die feline odontoklastische resorptive Läsionen, kurz FORL, ins Spiel. Bitte was? Das Ganze hört sich zunächst komplexer an, als es eigentlich ist. Odontoklasten sind Riesenzellen, die der Körper Deiner Katze selbst produziert. 

Diese Zellen sind dafür verantwortlich, dass die Zähne von innen von Kalk befreit werden und auf diese Weise auch aufgelöst werden. Als „Odontoklasie“ wird auch das allmähliche Auflösen der Zahnwurzel bezeichnet. Diese Riesenzellen fressen also die Zähne Deines pelzigen Freundes von innen heraus auf. Das hört sich nicht weniger gruselig an, als es in Wirklichkeit ist. Weil das ganze Prozedere in den Zähnen geschieht, wird es auch nicht auffallen, da Du nichts siehst. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Deine Katze ungemeine Schmerzen plagen.

Wie will man aber eine Krankheit behandeln bzw. identifizieren, die einerseits nicht sichtbar und andererseits durch den Stolz der Katze nicht wahrnehmbar ist?

Ganz einfach: Um herauszufinden, ob Deine Mieze an FORL erkrankt ist, hilft nur eine präzise Röntgenaufnahme. Wenn die Diagnose gestellt wird und Deine Katze hat es mit FORL zu tun, dann hilft nur noch eines, nämlich das Ziehen der betroffenen Zähne. Das Prinzip kann mit dem eines hohlen, maroden Baumes verglichen werden. Weil der Baum von innen aufgefressen wurde, ist er nicht mehr standfest und muss gefällt werden. So verhält es sich mit den Zähnen Deiner Katze, die an FORL erkrankt sind.

So, da wir Dir nun bestimmt ganz schön Angst gemacht haben, möchten wir Dir auch Hoffnung geben. Damit es nämlich gar nicht erst zu den beschriebenen Problemen und Krankheiten kommt, musst Du effektiv vorbeugen. Zunächst kannst Du selbst Deiner Katze die Zähne putzen. Da das aber bei weitem nicht alle Katzen mit sich machen lassen, steht der regelmäßige Tierarztbesuch zum Entfernen von Zahnstein auf dem Plan. Dennoch empfiehlt es sich, dass Du auch weiterhin Zuhause den Zähnen Deiner Mieze etwas Unterstützung anbietest. Mit trockenem Futter, das etwas größere Stücke enthält, muss Deine Katze vermehrt kauen. Bei Tieren ist es so, dass dadurch mehr Speichel entsteht und dieser Speichelfluss reinigt automatisch Zwischenräume. Er spült Plaque aus und vereinfacht die Reinigung. Außerdem gibt es spezielle Leckerchen zur Zahnreinigung, die unter anderem auch mit besagtem Speichelfluss arbeiten. Der Rachenraum wäre nun versorgt. 

Was ist aber, wenn trotz eines gesunden Zahnfleisches und wohl gepflegter Zähne Deine Katze dennoch extremen Mundgeruch hat?

Fehlfunktionen des Stoffwechsel oder der Organe durch Krankheiten

Ein Mundgeruch, der penetrant nach Fisch riecht, deutet nicht bloß auf kürzlich gefressenes Futter hin. Es kann durchaus ein Hinweis auf einen Würmerbefall sein. Dieser Befall lässt sowohl den Margen-Darm-Trakt als auch die Leber erkranken. Der Magen-Darm-Trakt ist einer der wichtigsten Organverbindungen Deines Tieres. Hier werden derart viele lebenswichtige Stoffe produziert und verarbeitet, dass eine Erkrankung dieses Bereiches sehr ernst werden kann. Die Leber läuft Gefahr, dass sie durch Würmer verfettet. Eine sogenannte Fettleber entsteht, die in Ihrer entgiftenden Funktion erheblich beeinträchtigt wird und somit der Katze das Leben schwierig gestaltet.

Außerdem kann Deine Katze genauso, wie wir Menschen auch, an Diabetes erkranken. Dies kann ebenso ein Auslöser für Mundgeruch sein. Nur riecht hier der Atem weniger streng, sondern eher etwas süßlich. Du erkennst die mögliche Erkrankung daran, wenn Dein Liebling vermehrt Wasser lassen muss oder plötzlich Gewicht verliert.
Ein weiteres, lebensnotwendiges Organ kann betroffen sein, wenn Ihre Katze strengen Mundgeruch aufweist. Riecht der Atem vermehrt nach Urin, so ist dies ein klares Anzeichen für eine Nierenerkrankung. Gerade, wenn Deine Katze schon zur älteren Garde gehört, ist eine sogenannte „Niereninsuffizienz“ sehr wahrscheinlich. Mit dem Alterungsprozess verlieren die Nieren an Stärke und schränken somit nach und nach ihre Funktion und Arbeit ein. Das heißt, dass Abbaustoffe nicht mehr ausgeschieden werden, daher hier der Uringeruch, und im Körper bleiben, wo sie Schäden anrichten.

Fazit

Denke das nächste Mal, wenn Deine Mieze Mundgeruch hat, an uns. Behalte das Ganze im Auge und vergiss es nicht. Sollte der stramme Atem länger anhalten, dann suche besser einen Arzt auf und lass Deinen Liebling einmal auf Herz und Nieren untersuchen. Lieber erkennst Du eine mögliche Erkrankung früher, als zu spät. Nimm die Thematik ernst und passe auf Deinen pelzigen Freund auf, er wird es Dir danken.

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